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Artist 11: O Emperor PDF Print E-mail

O Emperor

Das bandeigene Big Skin Studio von O Emperor war im letzten Jahr einem Brand zum Opfer gefallen und musste fast von Grund auf neu errichtet werden. Im gleichen Atemzug gründeten O Emperor ihr eigenes Label Big Skin Records, das nun ebenfalls aus diesen brandfleckigen, schmuddeligen Räumlichkeiten heraus operiert. In Deutschland darf sich erfreulicherweise weiterhin K&F um diese fantastische Band kümmern. In den eigenen Studioräumen verbrachte die Band abgesehen von zwei Tourneen jenseits der Britischen Inseln und einer double-A-side Single den Großteil ihrer Zeit mit Aufnahmesessions für den Nachfolger zu ihrem hochgelobten Debütalbum „Hither Thither“.

Die resultierenden Aufnahmen, so die Band, seien eine direkte Repräsentation dieser Prozesse – ein Stempel gegossen aus den zahllosen mäandernden Sessions in den eigenen Räumlichkeiten. Da O Emperor immer schon einen Hang zu Krautrock und Psychedelica innewohnte, hätte man befürchten können, dass in eigener künstlerischer Verantwortung und ohne einschränkenden Studiozeiten ein überlanges, jamlastiges Frickelwerk entstehen würde, das sich zunächst einmal an der eigenen, wahnwitzigen Musikalität berauscht.

Erstaunlicherweise ist das genaue Gegenteil der Fall: „Vitreous“ umfasst nur neun prägnante Stücke, kaum eines länger als dreieinhalb Minuten, die eine fast schon unheimlich Dichte aufweisen. War „Hither Thither“ noch stark verschiedenen Einflüssen und Traditionen - von The Band über Radiohead bis zu den Beach Boys – verpflichtet, so ist „Vitreous“ O Emperors künstlerisch kompromissloseste, wirkmächtigste und eigenständigste Arbeit geworden. Glich das Debütalbum in Songwriting und Klangbild einem opulenten Gemälde, das auf altmeisterliche Weise mit Tiefe und Schattierungen spielte, so wirkt „Vitreous“ für den Hörer wie eine nüchterne Oberfläche - polychrom und pixelig wie das Display eines frühen Windows-Rechners.

Eine erstaunliche Direktheit durchzieht dieses Album – nicht im Sinne einer Popplatte, eher eine Art robotische Aufrichtigkeit. Als hätte man eine Maschine erfolgreich programmiert, um menschliche Emotion zu verstehen und widerzuspiegeln. Die Ergebnisse sind, stromlinienförmig rationell, direkt und geordnet (wenn auch eingetrübt und verpixelt durch fehlende Puzzleteilchen eines realistischen Verständnisses des Menschseins). Eine Abbildung menschlichen Lebens, scheinbar unbefangen durch ein eigenes Bewusstsein. Pulsierende, geordnete Rhythmen und Flächen, nicht unähnlich der sanften Schwingung von Spiegelneuronen, die den Gefühlszustand anderer simulieren oder den hypnotisch summenden Wellen eines introspektiven Eintauchens ins eigene Bewusstsein.

Ein fast sakraler, körperlos-mehrstimmiger Gesang, ein stark verzerrtes Schlagzeug auf gleicher Höhe mit sirupartigen analogen Synthies und widerwärtigen Fuzz-Gitarren, die klingen wie Bienen, die in einer Blechdose surren. Wunderschöne Landschaften werden topediert mit rauen, disparaten Klängen. Perverse Formen künstlerischer Selbstzerstörung neben zarter, unbedarfter Schönheit.

So wie ihre Studioräume haben O Emperor auch sich selbst zunächst niedergebrannt, um sich schließlich neu zu errichten.



“Recorded at Big Skin HQ, the base for the band's label operations, Vitreous is the new album by O Emperor from Waterford, Ireland. After a fire broke out in there, Big Skin was (literally) built from the ground up and everything from label administration to recording happens inside its grubby, fire-stained walls. The resulting recordings are a direct representation of this operation, being the band's most potent and distinctive work to date, a stamp moulded from their many meandering sessions there.

A striking directness permeates the record, though not quite in the sense of a pop record being direct; more like a sort of robotic sincerity, as if a machine were successfully programmed to understand human emotion and the results are streamlined, direct and orderly (though blurred and pixelated by the missing pieces of a realistic grasp of humanity). An unselfconscious depiction of life, presented in pulsing, orderly rhythms, something akin to sympathetic resonances occurring in one's brain or the humming hypnotic waves of an introspective, questioning dive into one's own consciousness.

While debut Hither Thither could be described as a lush tapestry displaying a classical use of depth and shading, Vitreous presents the listener with a starker, polychrome and pixelated picture. Heavily distorted drums take their place alongside syrupy analogue synths and disgusting fuzz guitars sounding like bees buzzing inside tin cans. Beautiful landscapes are destroyed with disparate, abrasive sounds in perverse displays of artistic self-destruction.

Just like their studio, O Emperor have burned themselves to the ground in order to create something startling and new.



oemperor.com

PRESSEFOTOS/PRESS PICTURES:

O Emperor 1 (JPEG)
O Emperor 2 (JPEG)


 
   
 
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