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Artist 12: Staring Girl PDF Print E-mail

Starring Girl

Wenn ein Album beim ersten Hören schüchtern sein kann, dann ist es wohl „Sieben Stunden und 40 Minuten“, das Label-Debüt der Band Staring Girl aus Hamburg und Kiel. Eine Stimme, die sich nie erhebt, die eher ungelenk als extravagant ist und dabei von einer Band gestützt ist, die so zurückhaltend, so unaufdringlich rumpelnd spielt, dass man beim wiederholten Hören dennoch in einen Sog gerät, den man eigentlich nicht teilen möchte. Den man liebsten auf Kopfhörern hört, nachts, ziellos durch die Straßen laufend.

Der Protagonist dieser Stücke hockt geradezu asketisch tagelang in seinem Zimmer, löffelt Cornflakes mit Milch oder bleibt gleich ganz im Bett. Ein zaghaft aufkeimender Wahnsinn, eine Entfremdung von den Menschen da draußen, ein scheinbares Schwinden der Möglichkeit, sich überhaupt mit ihnen zu verständigen. Und am Ende dann doch der Gang zur Tür, ein kurzes Stocken auf der Schwelle, Luft anhalten und ab nach draußen.

Es mögen altbekannte Themen sein, die da auf „Sieben Stunden und 40 Minuten“ verhandelt werden, doch selten wurden sie in der deutschen Sprache so detailliert und vor allem pointiert beschrieben. Die Texte und Geschichten von Sänger und Songwriter Steffen Nibbe sind gleichzeitig unmittelbar realistisch und zutiefst mystisch verrätselt. Und was die eigentliche Größe guten Songwritings ausmacht – sie sind es an den jeweils richtigen Stellen. Profane Settings, selten unter Menschen, bestenfalls zu zweit. Stattdessen befasst mit großen Gedanken, die er in die allerschönsten Worte fasst:

„Bitte warte auf die guten Gedanken und dann halt den Kopf still, damit sie nicht verwackeln“
(Die Guten Gedanken)

„Stillgestelltes Leben und vor dem Fenster eine Schraffur aus Regen“ (Jeder geht allein)

Stets auf der Suche nach Momenten, die so viel größer sind, als die kleine Welt bestehend aus:

Machen, tun, bewegen und eine[r] Reihe Rücken am Tresen.““  (Vorhänge)

Die Band Staring Girl gibt es seit 2005. Zwei selbstaufgenommene Mini-Alben haben sie bislang veröffentlicht, dazu diverse Sampler-Beiträge auf dem umtriebigen Netzlabel Omaha Records. Über die Jahre ist die Band immer weiter gewachsen und gereift. Man möchte die Songs auf „Sieben Stunden und 40 Minuten“ mit keinem mehr vergleichen. Wenn man denn muss, dann fällt zwangsläufig der Name Gisbert zu Knyphausen, der gern und oft eines dieser Stücke covert und dessen Tour im März von Staring Girl eröffnet wurde.

Regen, Vorhänge, Suff und immer auch die Liebe begleiten den Hörer durch das Album. Und doch verliert sich die Band nie in Gesäusel, sind die Texte immer auch durchzogen von Momenten der Klarheit und Erkenntnis, von Augenzwinkern und Aufbruch, welche die gesäte Schwermut mit einem mühelosen Streich vom Frühstückstisch wischen und am Ende in dem Stück „Auf dem Weg zu mir nach Haus“ ihren versöhnlichen Abschluss finden. Denn etwas Neues ist auf dem Weg. Und es ist gekommen um zu bleiben.

„In den langen, langen Straßen auf dem Weg zu mir nach Haus, wo jede Nacht die Autos parkten, sah es so aus, als hätte alles seinen Platz gefunden. Dieses Bild blieb mir lange in Erinnerung. Du kamst durch die geheime Tür, seitdem bist du bei mir. Du kamst durch die geheime Tür. Es gibt ein Zeichen dafür.“ (Auf dem Weg zu mir nach Haus)



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