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Artist 02: Garda PDF Print E-mail
Written by Mario   




"A Heart Of A Pro", das zweite Album der Band Garda aus Dresden, wäre als Tier wohl ein Gorilla. Erhaben, traurig, gejagt. Klug, sensibel, brutal. In jedem Fall ein Wesen, mit dem man es sich nicht leicht macht. Und das man wieder und wieder anstarren möchte.

Leicht hat es sich auch keiner der Beteiligten gemacht mit dieser Platte. Schon vor zwei Jahren verbrachte Sänger und Songwriter Kai Lehmann einige Wochen in einer kargen Hütte in den Alpen mit dem festen Vorsatz, die Lieder für ein neues Album fertigzustellen. Noch vor der ersten gemeinsamen Probe, hatte er alle bis auf eines wieder verworfen. Aus dem losen Kollektiv Garda war zu diesem Zeitpunkt nach zahllosen Konzerten zum Debüt „Die, Technique, Die!“ eine feste Band geworden. Keiner hatte Lust, das erste Album zu replizieren, dessen Indiefolk-Korsett immer merklicher zwickte und spannte. Entsprechend intensiv wurde deshalb nach einer neuen, unverbrauchten klanglichen Ästhetik gesucht. Sechs lange Monate stand die Band dafür am Ende im Studio.

Das neue Material erhebt sich schließlich aus seinem ursprünglichen Folk-Zusammenhang, verdichtet sich zu komplexen Gebilden, eng gewoben und majestätisch. Balladen zerbrechen am Ende in einer Wand aus Krawall. Die manchmal beinahe elektronisch anmutende Rhythmik des Schlagzeugs wandelt sich in Wimpernschlägen von federleicht zu tonnenschwer. Melodien der E-Gitarre winden sich wie mäandernde Flüsse und die häufig eingesetzten Lapsteel-Gitarren evozieren eher selten eine Alt.Country-Romantik, sondern flechten stattdessen flirrende, abstrakte Netze. „A Heart Of A Pro“ ist ein selbstbewusstes künstlerisches Statement geworden, ein international anmutendes Album, das nichts von seiner provinziellen Herkunft verrät.

Die Wucht und Dynamik von Gardas Live-Auftritten wird durch die Aufnahme in den Hotel Albert Studios der Dresdner Band Polarkreis 18 und das Mastering von Doug van Sloun  (Omaha/Nebraska, u.a. Bright Eyes, Cursive) eingefangen. Gemischt wurde wieder von Christian "Wuschi" Ebert  (The Robocop Kraus, Hidalgo, Missouri, The Green Apple Sea). Auch Markus Altmann am Cello und Mitglieder der Oederaner Blasmusikanten sind auf „A Heart Of A Pro“ wieder zu hören.

Die Texte sind im Vergleich zum Vorgängeralbum direkt und drastisch ausgefallen. Befasst mit der Topografie einer zerbrechenden Beziehung, gebettet in eine eng gesteckte Metaphorik maritimer Bilder und Themen. Manchmal wirken sie wie Schlaglichter, die einzelne Szenen einer Liebe oder den überraschenden Tod eines nahestehenden Menschen beleuchten.  „A Heart Of A Pro“ ist dabei nie kühle Analyse oder (zumindest nie willentlich) verklärter Blick zurück, sondern stets ein Ringen, Hadern und Sehnen mitten im verworrenen, dunklen Herzen der Misere. „Caught in the undertow of mistakes“  heißt es im Titeltrack und es dauert an bis sich mit „00:00“ das wunderschöne letzte Lied aus einem Dickicht von analogem Hall und knirschenden Becken schält und der Protagonist in die nebelige Nacht hinaus rudert. Genauso gut könnte er einen Hügel hinauf steigen, um dort still zwischen kauenden Gorillas zu hocken.

Download press picture 1 (Credits: Sylvia Steinhäuser)
Download press picture 2 (Credits: Sylvia Steinhäuser)

Website: gardamusic.com
Myspace: myspace.com/gardamusic
 
   
 
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