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Artist 06: The Marble Man PDF Print E-mail

The Marble Man

Im Sommer 2007 erschien „sugar rails“, das Debutalbum des damaligen Abiturienten Josef Wirnshofer aus Traunstein im Chiemgau. Feuilleton, Musikpresse und öffentlich-rechtliche Sendeanstalten bescheinigten dem jungen Sänger, Songschreiber und Multiinstrumentalisten ein außergewöhnliches Talent. Das erste 4-Spur-Demo wurde praktisch aus dem Stand vom Bayrischen Rundfunk eingesetzt. Einladungen zu Konzerten und Interviews ließen nicht lange auf sich warten.

Jetzt, knapp 3 Jahre später, ist The Marble Man noch immer blutjung, seine Songs hingegen sind zur Vollendung gereift. Aus ihnen sprechen eine Lebenserfahrung und ein Fatalismus, die sich umgekehrt proportional verhalten zu seinen jungen Jahren. Schreiben tut er immer noch in Schlafzimmer und Bauwagen, wohnen tut er inzwischen in München. Den Produktionsort hat Wirnshofer allerdings in ein professionelles Tonstudio verlegt. Die Sorge, etwas vom Charme der frühen Bedroom Productions könne so verloren gehen, erweist sich als unbegründet. Auf „Later, Phoenix…“ haben die Stücke von The Marble Man die stille Größe, die schon „Sugar Rails“ zu einem besonderen Album machte. Mit dem Unterschied, das praktisch jedes Lied auf „Later, Phoenix…“ als Blaupause für Songwriting-Workshops herhalten könnte. In wunderbarer Produktion hören wir Seiten am Marble Man, die wir so nicht kannten. Von spröden und übersichtlichen Arrangements bis zum akustischen Breitwandformat, alles passt hier zusammen. Und selbst im wuchtigen Tutti hört man eine Stecknadel fallen. Es lebe der transparente Sound!

Josef Wirnshofer beherrscht die hohe Kunst des Weglassens. Bei ihm hat jeder Ton eine Funktion, jeder Akkord führt zu etwas hin oder löst etwas ein. So stehen seine Lieder da wie altgriechische Statuen: Perfekt, aber ohne Schminke. Dabei sind die Stücke auf „Later, Phoenix…“ durchaus reich instrumentiert, aber selbst die süßesten Harmonien ordnen sich klaren Arrangements unter. Stimmen, Gitarren, Orgel, Piano und Schlagzeug arbeiten im Dienste des Songs, niemals für sich selbst. Dabei hat Wirnshofer keine Angst vor großen Gesten. Aber die sind bei ihm einfach, klar und ernst. Hier liegen hymnische Großartigkeit und die Abgründe der Depression dicht beieinander.

Virtuos spielt Josef Wirnshofer auf der Klaviatur der Elemente, die einen guten Song ausmachen. Mit traumwandlerischer Sicherheit macht er stets zum richtigen Zeitpunkt genau das Richtige. All seine Versprechen werden eingelöst. Und wir zweifeln keine Sekunde an einem Streichersatz, der wie in einem Cajun-Traditional daher kommt. Denn Wirnshofer hält es nicht für nötig, vermeintliche Stereotypen zu kaschieren. Vorbehaltlos bedient er sich der Elemente, die natürlich bereits in unzähligen Songs verbaut wurden. Das, was woanders sofort zu Kitsch wird, begrüßen wir bei The Marble Man wie einen alten Freund. Was er hier abliefert, ist Songwriting-Klassizismus. Die Balance zwischen Strenge, schwelgerischer Opulenz und schlichter Schönheit macht, dass jedes Stück auf diesem Album mühelos für sich allein bestehen kann. „Later, Phoenix…“ ist schon jetzt ein Klassiker.

myspace,com/marblesongs

themarbleman.de

Pressefotos:

Bild 1
Bild 2
Credits: Maria Dorner

NEU: Bild 3
NEU: Bild 4
Credits: skull3!

 
   
 
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